Die Pilzsaison hat begonnen: Was ihr jetzt über Pilze wissen müsst!

Hinein in den Wald, Pilze suchen – die Pilzsaison hat begonnen! Welches sind die beliebtesten Speisepilze? Wie kann ich essbare Waldpilze von giftigen Pilzdoppelgängern unterscheiden? Was ist mit Baumpilzen, sind die genießbar? Ja, in der Pilzsaison geht es hoch her, wenn der Wald ruft und die Pilze warten. Da gilt es natürlich, gut vorbereitet zu sein. Es gibt viel mehr Speisepilze, als allgemein bekannt. Selbst Baumpilze, die als „Baumkiller“ gelten, sind zum Teil echte Pilzdelikatessen. Einige Arten eignen sich weniger als Speisepilze, finden dafür als Vitalpilze großen Anklang und haben sich als „Chaga Pilze“ einen Namen gemacht. Was ihr über Pilze wissen müsst, erfahrt ihr gleich.

Auf Pilzsuche in der Dresdner Heide  

Als Kind bin ich gerne mit meinen Großeltern während der Pilzsaison in die Dresdner Heide gegangen. Pilze suchen, was sonst. Wie freute ich mich, wenn ich vor ihnen die ersten Waldpilze erblickte. Die Essbaren, wohlbemerkt. Ich kannte sie schließlich gut, die „Braunhedel“, wie Oma sie nannte. Braune Köpfe, gelber Schwamm – genießbar, ab ins Körbchen damit. Pilze suchen fand ich herrlich. Nur essen mochte ich sie nicht. Damals haben mir Omas Pilze einfach nicht geschmeckt, ich fand sie so … eklig. Später sah das anders aus. Wenn ich mit vollem Pilzkorb aus dem Wald kam, habe ich sie so geputzt, wie Oma es einst machte, und nach „Hausfrauenart“ zubereitet. Meine Kinder waren von den Pilzgerichten weniger angetan, was ich ihnen nicht verübeln konnte, erging es mir in ihrem Alter schließlich nicht anders. Allerdings mogelte ich manchmal einige Waldpilze unter das Gulasch, sodass die Kids es gar nicht mitbekamen. Hat Oma früher schon so gemacht, wie sie mir irgendwann mal „steckte“.

 

Welche Pilze sind genießbar?

Maronenröhrlinge (so der eigentliche Name der oben erwähnten Braunhedel), Riesenschirmpilze, Steinpilze und Schopf-Tintlinge sind so die gängigsten Pilzsorten, die ich kenne. Es sind Pilze, die genießbar sind. Wobei ich die Schopf-Tintlinge, die auch Spargelpilze oder Tintenpilze genannt werden, nie probiert habe. Was daran liegen mag, dass sie in meinen Augen eher wie Giftpilze aussehen. Unbeschreiblich schön zwar, wie Fliegenpilze auch – finde ich, aber halt nicht unbedingt appetitlich. Dabei sollen die jungen, frischen Schopftintlinge in Butter angebraten ein Hochgenuss sein. Könnt ihr gerne probieren, ich halte mich weiterhin zurück. Pfifferlinge sind ebenfalls begehrte Speisepilze, allerdings eher in höheren Lagen zu finden. Mein „Fall“ sind sie definitiv nicht. Aber ihr könnt sie unbesorgt sammeln und daraus einen leckeren Pilzschmaus zubereiten.

Pilze genau ansehen, manchmal ist auf dem ersten Blick nicht ersichtlich, ob sie giftig oder essbar sind.

 

Achtung, nicht jeder Champignon ist für den Verzehr geeignet!

Sehr beliebt bei Hobbypilzsammlern sind Champignons. Die sind schließlich unschwer zu erkennen. Aber hier trügt der Schein. In meiner Nachbarschaft gibt es eine ältere Dame, die pflückt immer Wiesenchampignons. Die Feld- oder Wiesenegerlinge, wie sie ebenfalls bezeichnet werden, sollte man wirklich genau kennen. Übrigens wurde der Wiesenchampignon zum Pilz des Jahres 2018 gekrönt. Der Speisepilz ist bei Pilzsammlern sehr begehrt, doch sein Bestand schrumpft.

Ich mag „Champis“ gerne, die schmecken einfach. Persönlich lasse ich im Wald jedoch die Finger davon. Zumal ich gelesen habe, dass es in Deutschland auch giftige Champignons geben soll. Zudem besteht Verwechslungsgefahr mit einer Pilzart, die zur Gattung der Wulstlinge gehört. Der Grüne Knollenblätterpilz (auch Grüner Gift-Wulstling genannt) sieht einem Champignon durchaus ähnlich, wenngleich sein „Hut“ ein wenig gelber ist.

Noch leichter verwechselt kann dieser Giftpilz daher mit dem Pfirsichtäubling werden, der – wie eine Freundin meinte, äußerst delikat sei (und genießbar natürlich). Im Gegensatz zu seinem giftigen Doppelgänger. Grüne Knollenblätterpilze solltet ihr wirklich nicht versehentlich in der Küche verarbeiten. Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, weil ihr zum Mittag gefüllte Champignons (bei Pagewizz findet ihr zwei Rezepte von mir) auf den Tisch bringen möchtet, fragt lieber einen Pilzexperten, ob ihr beim Sammeln tatsächlich die essbaren Exemplare erwischt habt.Rezeptvorschlag für Champignons: Mit Zwiebeln anbraten und dazu Kartoffelpuffer machen.

 

Wie leicht man sich beim Pilze suchen vertun kann, wie sehr sich Speisepilze und Giftpilze ähneln, beweisen die Fotos auf der Internetseite des Pilzsachverständigen Martin Wernke. Überzeugt euch selbst davon. Die gefährlichen Pilzdoppelgänger sind ein Grund mehr, weshalb ich mich bei der Pilzsuche hauptsächlich auf meine begehrten „Braunhedel“ beschränke, denn die kenne ich bereits seit Kindertagen. Steinpilze wäre noch eine leckere Alternative, aber die zu finden ist ein Glücksfall.

 

Was ist mit Pilzen, die an Bäumen wachsen, sind die genießbar?

Wenn ihr während der Pilzsaison durch Wald und Flur streift, fallen euch garantiert Bäume auf, die von Pilzen „befallen“ sind. An Birken kleben sie sehr oft, wie ich feststellen konnte. Nicht nur in den Wäldern wachsen Pilze an Bäumen, selbst Stadtbäume sind davon befallen. Ein ausgeprägter Pilzbefall ist besonders an alten Bäumen wahrzunehmen. Der Parasit ist ebenso an den Stämmen geschwächter Laubbäume zu finden. Es gibt verschiedenartige Baumpilze, deren Fruchtkörper tatsächlich an Waldpilze erinnern, die zu den Essbaren gehören. Da stellt sich manch einer die Frage: Kann man Pilze essen, die an Bäumen wachsen?

Eine der bekanntesten Baumpilzsorten (holzbewohnende Pilze) ist Hallimasch, auch Honigpilz genannt. Es gibt etwa 30 Arten der Hallimasche, fünf davon in ganz Europa. Der Hallimasch gilt einerseits als giftig, andererseits soll er eine Pilzdelikatesse sein. Ich mag zwar Pilzgerichte, allerdings habe ich mich vor einigen Jahren in Tschechien nicht ran getraut, als Helena, die Freundin eines Bekannten aus Deutschland, ihr Hallimasch-Gericht auf den Tisch stellte. Die anderen langten begeistert zu und lobten den Geschmack über alle Maßen. Nur gut, dass ich nicht die Einzige war, die Helenas Hallimasch-Rezept verschmähte. Sie nahm es auch nicht tragisch.

 

Der Schwefelporling – ein besonderer Baumpilz mit Geschmack

Pilze am Baum – Fotografie Vàlki-Wollrabe

 

Es gibt durchaus einige Baumpilze, die als Delikatesse gelten. So auch der Schwefelporling, ein besonderer Baumpilz, der im rohen Zustand giftig ist. Daher sollten Schwefelporlinge, die vorzugsweise an Weiden wachsen, unbedingt in Salzwasser gekocht werden. Der Pilz vom Baum kann auch in Milch gekocht, wie ein Schnitzel zubereitet und in der Pfanne gebraten werden. Anschließend gut würzen. Ich würde sagen, er schmeckt fast ähnlich wie Putenschnitzel. Eine gute Alternative für Veggies, die auf Sojaschnitzel verzichten möchten.

Privataufnahme Fotografie Vàlki-Wollrabe

Ich habe mich wirklich dazu durchgerungen, das Schwefelporling-Schnitzel zu probieren. Aber nur, weil es mir der liebe Bernd Wollrabe, Pilzexperte aus Herzberg und Göttergatte der Autorin von „Omas Pilze“, so richtig schmackhaft machte. Er erntet jährlich Unmengen Schwefelporlinge in Ungarn von den Bäumen und Alma Marianne Vàlki-Wollrabe zaubert daraus die köstlichsten Pilzgerichte. Ob sauer eingelegte Schwefelporlinge oder Schwefelporling gebraten mit Hagebutten – was Oma kocht, ist immer schmackhaft.

Fotografie Vàlki-Wollrabe

 

Baumpilze mit heilenden Kräften: Chaga Pilze – Vitalpilze – Heilpilze

Es gibt noch viele weitere Baumpilzarten, die ich niemals essen würde. Ihre Namen klingen bereits alles andere als appetitlich: „Falscher Zunderschwamm“, „Grauer Feuerschwamm“, „Gemeiner Zunderschwamm“. Dann wäre da noch der „Rotrandige Baumschwamm“, der auch als Fichtenporling bezeichnet wird, da er häufiger an Fichten in höheren Lagen vorkommt.

Der Birkenporling wiederum befällt Birken, wie der Name bereits aussagt. Dann gibt es noch eine Pilzart, die ebenfalls an Bäumen wächst, und sich Schillerporling nennt. Aber davon gibt es nicht nur eine Sorte, sondern verschiedene Arten aus unterschiedlichen „Familien“. Jene nennen sich „Tropfender Schillerporling“, „Zottliger Schieferporling“ und „Schiefer Schillerporling“.

Kann man diese Baumpilze auch essen? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht! Selbst wenn sie genießbar wären, würde ich sie weder vom Baum kratzen noch in die Pfanne hauen. Jedoch ist es mit einigen Pilzen so wie mit verschiedenen Pflanzen, sie besitzen „heilende Kräfte“. Der Schiefe Schillerporling wird schon seit Jahren als „Vitalpilz“ gehandelt. Sogenannte „Chaga Pilze“, die an Birken wachsen, und wie ein Stück verkohlte Rinde anmuten, enthaltenen Antioxidantien. Jene Baumpilze gelten als besonders hochwertige Heilpflanzen, die schon seit Ewigkeiten in der traditionellen Medizin zum Einsatz kommen. Der Chaga Pilz wird sogar als „Geschenk Gottes“ betitelt. Gleichwohl soll der Birkenporling ein Heilpilz sein.

Wenn ihr mehr über Pilze wissen möchtet, die an Bäumen wachsen und heilsame Wirkung haben, schlage ich euch einen Besuch der Internetseite passion-pilze-sammeln vor. Ich mache an dieser Stelle keine Werbung dafür, sondern empfehle den Link nun, weil ich die Seite selbst sehr interessant finde. Ich werde mich auf jeden Fall damit noch intensiver befassen. Sehr spannendes Thema.

Werbung

naturellshopping

So, nun aber genug über Pilze geplaudert. Macht euch raus in den Wald, die Pilzsaison hat begonnen – seht zu, dass ihr die Körbe vollbekommt. Ich bin dann mal weg – in der Dresdner Heide, Pilze suchen!

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich akzeptiere